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Kalligrafie für Anfänger

Kalligrafie – Grundlagen lernen

Schreiben ist nicht einfach ein Mittel zum Darstellen von Gedanken, die eigene Handschrift kann auch ein wesentliches Gestaltungselement sein. Doch wie komme ich mit meiner Handschrift zu ausdrucksvollen, kreativen Ergebnissen? Wenn Du Dir diese Frage gerade stellst, bist Du hier genau richtig. Wir möchten versuchen, Deiner persönlichen Handschrift mehr Ausdruck zu verleihen und zeigen Dir in Theorie und Praxis, worauf es beim Schreiben mit edding Kalligrafiemarkern ankommt. Viel Spaß beim Schreiben!

Das richtige Werkzeug

Keilspitze und Rundspitze

Schreiben mit Keilspitze

Für eine elegante, besonders ausdrucksvolle Schrift eignet sich die Keilspitze am besten. Die Spitze läuft keilförmig zu, dadurch hat sie eine breitere Seite und eine sehr schmale Seite. Je nachdem, wie der Stift gehalten wird, fällt der Strich dünner oder breiter aus.

Schreiben mit Rundspitze

Die Rundspitze ist die allgemein gebräuchliche Schreibspitze. Ob Kugelschreiber, Fineliner, Bleistift oder Filzschreiber, alle verfügen in der Regel über eine runde Spitze, die in den unterschiedlichsten Strichstärken angeboten wird. Aufgrund der runden Spitzenform kannst Du den Stift halten, wie Du möchtest, der Strich ist immer gleichmäßig. Auch längere Texte lassen sich damit leicht schreiben.

Benutzung der Keilspitze

Der Federwinkel

Das ausdrucksvolle Schriftbild entsteht durch die Einhaltung des sogenannten Federwinkels. Die Keilspitze sollte immer in einem Winkel von beispielsweise 45° zur Grundlinie aufgesetzt werden, egal ob Du senkrechte oder waagerechte Striche ziehst. Der Federwinkel darf während des Schreibens nicht verändert werden.

„Der Stift muss quasi in der richtigen Position mit der Hand zusammen eingegipst werden“, wie unsere Kalligrafie-Expertin es ausdrückt.

Die Proportionen der Buchstaben

Was Du beim Schreiben mit einer Keilspitze noch beachten solltest, ist das Verhältnis von Strichstärke und Buchstabenhöhe. Ausgewogene Proportionen erhältst Du, indem Du etwa vier- bis fünfmal die Strichbreite übereinander setzt. Kleinbuchstaben wie zum Beispiel das „x“ sollten diese Höhe nicht überschreiten. Daher ist es ratsam, mit einer sehr breiten Keilspitze verhältnismäßig große Buchstaben zu schreiben. Mit einer schmaleren Spitze kannst Du entsprechend kleiner schreiben.

Die Höhe der Kleinbuchstaben ohne Ober- und Unterlängen

Der Teil eines Buchstabens, der die x-Höhe übersteigt

Der Teil eines Buchstabens, der sich unterhalb der x-Höhe erstreckt.

Großbuchstaben, im Gegensatz zu Minuskeln, also den Kleinbuchstaben

Schriften und unterschiedliche Schreibstile

Historische Schrift: Unziale

Die Unziale ist eine stabile, eher kräftige gerundete Schrift, die seit dem dritten Jahrhundert vor Christus verwendet und zur offiziellen Schrift der christlichen Kirche im Römischen Reich wurde. Der Name „Unziale“ kommt von „Uncia“, was „Zoll“ bzw. „zollhoher Buchstabe“ bedeutet und auf die Höhe der Buchstaben anspielt. Sie ist eine reine Majuskelschrift (Großbuchstabenschrift).

Historische Schrift: Capitalis Rustica

Die Capitalis Rustica verwendete man vom 1. bis zum 5. Jahrhundert im Römischen Reich für wichtige Manuskripte. Bis ins 12. Jahrhundert hinein war die Capitalis Rustica als Schmuckschrift für Überschriften in Gebrauch. Auch hierbei handelt es sich um eine reine Majuskelschrift. Beim Schreiben ist für den typischen Duktus ein 60°-Federwinkel erforderlich.

Deine eigene Schrift

Wir konzentrieren uns im Folgenden auf die freien Schriften, also die persönlichen Handschriften. Anschließend erhältst Du Tipps und Vorschläge, die Deiner Schrift einen kalligrafischen „Schliff“ verleihen können. Im nächsten Teil hast Du die Möglichkeit, Deine eigene Handschrift einzuordnen. Wundere Dich nicht über den verwendeten Text. Es gibt einen englischen Satz, in dem jeder Buchstabe des Alphabets enthalten ist. Er lautet: „The quick brown fox jumps over the lazy dog“.

Und so geht’s: Wir haben 3 exemplarische Handschriftentypen vorbereitet. Ordne Deine eigene Handschrift einem Typ zu oder entscheide Dich für einen Schrifttyp, der Dir gefällt. Folge anschließend unseren Tipps und Tricks zum Verbessern der eigenen Handschrift.

Bei dieser Handschrift sind die einzelnen Buchstaben relativ flach (geringe x Höhe = 3 Federbreiten), dadurch geraten die Buchstaben etwas breiter, ergeben jedoch trotzdem noch ein klares Schriftbild. Diese Wirkung macht den Charakter der Schriftart aus und sollte unbedingt beibehalten oder noch verstärkt werden.

Eine Änderung der Unterlängen wie beim „f“, „g“, „j“ und „y“ verhilft zu klareren Buchstabeninnenräumen, was bei einer geringen x-Höhe für ein deutlicheres Schriftbild sorgt. Dies gilt auch für das „l“, das ohne Schlaufe besser zu den anderen Oberlängen und zu dem klaren Duktus dieser Schrift passt.

Die Buchstaben „m“, „n“ und „h“ sind in dieser Form leichter lesbar, zudem werden „u“ und „n“ hier nicht so leicht verwechselt. Die Wirkung wird noch interessanter, wenn die Oberlängen noch über die Großbuchstaben hinaus verlängert werden. Wirkungsvoll ist es auch, wenn das „r“ ein wenig über die x Höhe hinausragt. Bei den Großbuchstaben geben die vorgeschlagenen Änderungen der Schrift eine individuellere Note (besonders das „A“, das „M“ und das „N“). Hier werden nämlich von der Form her Kleinbuchstaben benutzt, die in der Größe und im Zusammenhang allerdings als Großbuchstaben eingesetzt werden.

Die Höhe der Kleinbuchstaben (ohne Ober- und Unterlänge), auch x-Höhe genannt, entspricht bei dieser Schrift fünf Federbreiten (Spitzenbreiten des Markers). Ihr hoher, schmaler Charakter lässt sich sehr gut noch weiter steigern. Die unverbundenen Buchstaben sind eher gerade und relativ dicht zusammen geschrieben.

Unsere Expertin empfiehlt, die x-Höhe noch weiter zu vergrößern, um bei dieser Schrift den dekorativen Effekt zu steigern. Die Oberlängen bilden in schlichter, gerader Form einen schönen Kontrast zu den offenen, klaren Unterlängen. Die geraden Abschlüsse der Buchstaben lassen ein klares Schriftbild entstehen.

Die Höhe der Kleinbuchstaben (ohne Ober- und Unterlängen) entspricht bei dieser Handschrift 4 Federbreiten, damit ist die Breite der Markerspitze gemeint. Die Schriftrichtung ist leicht kursiv, die Buchstaben werden verbunden und sind eher schmal.

Unsere Expertin empfiehlt, zur Verstärkung der kalligrafischen Wirkung die Ober- und Unterlängen stärker zu betonen. Die Form der Unterlängen kann der Form der Oberlängen angepasst werden, um ein gleichmäßigeres Schriftbild entstehen zu lassen. Das „s“ passt sich in der vorgestellten Form besser der verbundenen Schreibweise an. Indem das „r“ eine etwas dynamischere Form erhält, wirkt es insgesamt etwas aufgelockerter und bekommt zusätzlichen Schwung.

Tipps für wirkungsvolle Kalligrafie

Unterschiedliche Schriftformen

Durch die Verwendung verschiedener Schriftformen entsteht eine interessante Gestaltungsvielfalt, die man sich durchaus zunutze machen sollte. So kannst Du beispielsweise nur mit kleinen Druckbuchstaben arbeiten oder mit einer sehr geschwungenen Schreibschrift – ganz nach Belieben.

Gestalten mit dem Buchstabenabstand

Mit Varianten eines erweiterten Buchstabenabstandes lassen sich interessante Dekorationsschriften auf Basis der eigenen Handschriftenform entwickeln, die wunderbar gestalterisch kombiniert werden können. Dazu ist es lediglich notwendig, eine entsprechend weite Verbindungslinie zwischen die einzelnen Buchstaben zu setzen.

Gestalten mit der Buchstabenhöhe

Besondere Effekte kannst Du auch mit einer besonders hohen oder besonders niedrigen x-Höhe erreichen.

Bei einer höheren x-Höhe können und sollten die Buchstaben schmaler und dichter zusammen geschrieben werden, da ansonsten die Schrift zu ausladend wirken könnte. Zudem entsteht so ein eigener Schriftcharakter, der auf den ersten Blick erkennbar ist. Mit den neuen wasserfesten Kalligrafiemarkern kannst Du auch sehr effektvoll Gefäße und Dekorationsgegenstände aus Terrakotta, Metall oder Stein beschriften.

Bei einer sehr niedrigen x-Höhe sollten die Buchstaben etwas breiter und die Abstände etwas größer gewählt werden, da sonst die Lesbarkeit erschwert wird. So entsteht ein ganz eigener Schriftcharakter.

Üben, üben, üben...

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